Man sagt ja, Geschichte wiederholt sich.
Wenn das stimmt, dann haben Michi und Moritz vom Podcast Ecke Hansaring die Zeitschleife längst zur Kunstform erhoben.
Denn jede Woche drehen die beiden zwei Stunden lang am Rad – allerdings am Rad der Geschichte.
Und das so charmant, dass man sich dabei ertappt, plötzlich freiwillig etwas über das 12. Jahrhundert zu lernen.
Freiwillig!
Was Ecke Hansaring von all den anderen Geschichtsformaten unterscheidet, die meist klingen wie die Tonspur eines Museumsguides mit Burnout, ist der Ton: trocken wie eine Mumie, aber mit der Schlagfertigkeit zweier Kneipenhistoriker.
Hier stirbt kein König einfach „den Heldentod“.
Hier macht er „ökkk“ und ist „weg vom Fenster“.
Geschichte ohne Pathos, dafür mit Augenzwinkern und dem Humorlevel einer Fachschaftsparty nach der dritten Kiste Flens.
Das Schöne daran: Man muss kein Historiker sein, um Spaß zu haben – ein funktionierendes Zwerchfell reicht völlig.
Selbst wenn die Themen mal anstrengend werden – Kreuzzüge, Kolonialismus, Kalte Kriege – schaffen Michi und Moritz, was kaum einem Schulbuch gelingt: Sie vermitteln Wissen, ohne den inneren Klassenclown zu verlieren.
Wenn Moritz erklärt, warum sich Herrscher im Mittelalter gegenseitig verkloppten, und Michi trocken kommentiert: „Ja, das war wohl diplomatisch eher suboptimal“, dann weiß man: Hier wird Bildung nicht serviert, hier wird sie flambiert.
Freunde gepflegter Geschlechtskrankheiten und Hypochonder kommen in den Folgen über Pocken, Pest und Syphilis voll und ganz auf ihre Kosten – und es juckt schon beim Zuhören.
Man erfährt mehr über den Zustand der mittelalterlichen Körperhygiene, als man jemals wissen wollte, und lacht dabei erschreckend viel.
Das Format lebt vom Spagat zwischen Spaß und Substanz.
Die beiden wissen, was sie tun – man spürt das Fachwissen, die Vorbereitung, das Herzblut.
Aber sie tun eben nicht so.
Das ist der Unterschied zwischen einem Dozenten und jemandem, der einem bei Bier und Brezel erklärt, warum Napoleon eigentlich der erste Influencer war.
Nach inzwischen über 300 Folgen hat sich Ecke Hansaring zu einer Art akustischem Stammtisch für Geschichtsinteressierte mit Humor entwickelt.
Man lernt, man lacht – und manchmal fragt man sich, wie viele „ökkk“ ein Mensch pro Episode aushält, bevor er selbst verschwindet.
Fazit:
Ecke Hansaring ist wie ein Besuch im historischen Museum, nur mit besserer Akustik und deutlich mehr Lachen.
Ein Podcast für Menschen, die glauben, Geschichte sei tot – und dann feststellen, dass sie nur verdammt guten Humor hat.